Wie man Ideen den Prozess macht

Es gibt Menschen die haben einfach Ideen. Bei den anderen ist das nicht so. Richtig? Falsch!

Ideen zu haben ist keine Frage von Begabung. Das geht ganz einfach. Ein wenig Mühe und den richtigen Prozess vorausgesetzt...

 

Ideen haben nur die "Kreativen"

Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Wir sind alle kreativ. Nur wie hat man eine Idee? Es nicht so, dass Ideen einfach kommen. Ideen brauchen Nahrung. Inhalte. "Kreative" haben deshalb Ideen, weil sie sich mit einem Thema intensiv auseinander setzen. Deshalb fällt ihnen dazu auch so viel ein. 

Warum? Weil eine Idee nichts anderes ist als die neue Kombination existierender Fakten und Ideen. Und das lässt sich gezielt unterstützen. Ein Prozess in acht Schritten...

 

Schritt 1: Das Ziel definieren

Ohne ein klar formuliertes Ziel vor Augen lässt sich nicht gezielt vorgehen. Deshalb: Was will ich für wen tun? Und warum?

Eine gute Methode ist, diese Fragen in einem Satz schriftlich zu beantworten. Und diesen Satz gut sichtbar anzubringen.

Ein Beispiel für so einen Satz wäre: "Ich will ein Bild für einen Messestand (was) das Männer zwischen vierzig und fünfzig (für wen) dazu bringt, sich für Schmieröl zu interessieren (warum)"

 

Schritt 2: Information sammeln

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Hier geht es darum so viel wie möglich an Information anzuhäufen. Worum geht es bei dem Thema? Was ist interessant? Wie sieht das Umfeld aus?

Die Information wird einfach nur gesammelt, nicht gesichtet oder bewertet. Das können Links sein, Bücher, Zeitungsartikel, Gegenstände und vieles mehr. Alles was in irgend einer Weise für das Thema relevant erscheint.

 

Schritt 3: Information auswerten

Jetzt arbeiten wir uns durch die gesammelte Information. Markieren wichtige Stellen, werfen unwichtige Sachen weg. Ziel ist, einen Überblick über das Thema zu bekommen. Ein Gesamtbild. Auch Zusammenhänge und Beziehungen werden hier herausgearbeitet. 

Das kostet Zeit und ist aufwändig. Aber notwendig; in diesem Schritt geben wir unserem Hirn die Information die es braucht um Schlüsse zu ziehen.

 

Schritt 4: Pause machen

Jetzt ist es an der Zeit los zu lassen. Unser Hirn braucht die Möglichkeit, all die Information aus Schritt drei zu verarbeiten. Also weg vom Schreibtisch, Musik hören, einen Film ansehen, Sport machen...einfach nur was ganz anderes. Und an unsere Aufgabe denken wie hier am besten gar nicht.

 

Schritt 5: Ideen finden

Jetzt ist es so weit. Unser Unterbewusstsein hat die Informationen verdaut. Und es fallen uns Sachen ein. Die wildesten Sachen. In diesem Schritt schreiben wir einfach auf was uns durch den Kopf geht. Egal ob sinnlos oder nicht. Auf keinen Fall wird hier bewertet und entschieden - oder die Realisierbarkeit geprüft. Das bremst nur.

Je mehr Ideen am Papier landen desto leichter tut man sich mit neuen. Einfach weil man im Fluss ist und eine Idee oft eine weitere erzeugt. Ich komme in diesem Schritt üblicherweise auf vierzig bis fünfzig Ideen, dann höre ich auf. Wenn viel weniger kommt, sind meiner Erfahrung nach die Möglichkeiten nicht ausgeschöpft.

Wer hier Schwierigkeiten hat oder wenn doch nur zwei drei Ideen herauskommen: es gibt jede Menge Kreativ-Techniken die hier helfen. Das ist aber etwas für einen weiteren Blogpost....

 

Schritt 6: Ideen bewerten

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Jetzt - und nicht früher - bewerten wir unsere Ideen. Passen sie zum Ziel? Sind sie machbar? Vertretbarer Aufwand und Kosten? Im Zeitrahmen umsetzbar?

Hier wird rigoros gestrichen. Übrig bleiben bis zu drei Kandidaten die dem Kunden zur Entscheidung vorgelegt werden  - oder einfach nur die eine Idee, die umgesetzt wird.

 

Schritt 7: Konzept und Planung ausarbeiten

Die ausgewählte Idee wird jetzt detailliert. Konzepte, Planung, Materiallisten - alles was dazu gehört, um anschließend mit der Umsetzung beginnen zu können. So detailliert wie notwendig und möglich. Ich bin ein Konzepter, hab' ich das schon mal erwähnt?

 

Schritt 8: Projekt umsetzen

In diesem Punkt sind wir wirklich kreativ. Wir schaffen - wir kreieren - etwas. Das ist es, was kreativ bedeutet, nicht mehr und nicht weniger. Darum: Ran ans Projekt und umsetzen.

 

So, das war's. Das ist meine Herangehensweise an das Problem "Idee". Und diese Herangehensweise ist universell einsetzbar. Sie funktioniert mit visuellem Material ebenso wie mit technischen Fragen... 

Mögen euch damit viele gute Ideen kommen ;->